Einen Geographieunterricht der anderen Art erlebten die Schülerinnen und Schüler der siebten Jahrgangsstufe an unserer Realschule vergangene Woche. Herr Wolfgang Pentz, der seit vielen Jahren ehrenamtlich für das Rote Kreuz tätig ist, berichtete von seinem letzten Hilfseinsatz im April 2019 in Mosambik. Ein Zyklon (tropischer Wirbelsturm) hatte das Land im Südosten von Afrika mit Windgeschwindigkeiten bis zu 200 km/h getroffen und große Gebiete schwer verwüstet. Meterhohe Flutwellen und starker Regen überschwemmten große Gebiete des Landes. Hunderte von Menschen verloren ihr Leben, fast 500.000 wurden obdachlos. Die an sich schon schlechte Infrastruktur des Landes war zerstört, fehlende Wasserleitungen, Klär- und Sanitäranlagen und die mangelnde Gesundheitsversorgung ließen das Risiko für den Ausbruch von Krankheiten wie Cholera und Malaria drastisch ansteigen.

Herr Pentz berichtete anhand von Bildern anschaulich, wie er und andere Helfer die Situation vor Ort erlebten und halfen, Trinkwasseranlagen und Sanitäreinheiten bei einem Krankenhaus zu installieren. Dort wurde zudem eine mobile Klinik aufgebaut, in der Cholera- und Malaria-Patienten behandelt wurden. Auch erzählte er davon, wie es gelang, die Umgebung des Krankenhauses Mücken- und damit Malariafrei zu halten und welche Sicherheitsvorkehrungen die Helfer treffen mussten, um nicht selbst zu erkranken. Er schilderte auch, dass in einer angrenzenden Schule eine Massenimpfung gegen Cholera bei 2400 Schülern durchgeführt wurde, die dort von 9 Lehrkräften unterrichtet werden. Das führte bei unseren Schülerinnen und Schülern ebenso zu Staunen wie die Tatsache, dass 80 Prozent aller Frauen in Mosambik nicht lesen und schreiben können (bei den Männern beträgt der Anteil 40%). Auch dass das dortige Jahreseinkommen bei 450 Euro liegt, konnten manche nicht glauben.

Durch die authentische Schilderung seiner Erlebnisse in Mosambik hat es Herr Pentz geschafft, den Schülerinnen und Schülern bewusst zu machen, welchen Lebensstandard wir im Vergleich mit vielen anderen Menschen auf dieser Welt haben. Auch hat er gezeigt, dass es eine große persönliche Bereicherung sein kann, anderen Menschen in ihrer Not zu helfen.

M. Bartl

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